Frankreich Geschichte

Die Geschichte Frankreichs

Frankreich war bis zum 5. Jahrhundert Teil des Weströmischen Reichs. Zusammen mit Norditalien, Belgien und Teilen Deutschlands nannten es die Römer Gallien. Nach dem Zerfall des Weströmischen Reichs übernahmen die Germanen die Herrschaft in Gallien. In dieser Zeit kam es ständig zu Kämpfen zwischen kriegerischen Stämmen und zu zahlreichen Reichsgründungen.

Frankreich Geschichte
Die Geschichte Frankreichs
Foto: © Atout France, R-Cast

Erst dem Karolinger Frankenkönig Karl dem Großen (742-814) gelang es, weite Teile des früheren Weströmischen Reichs zu einen. Im Vertrag von Verdun 843 wurde von seinen Enkeln und Erbfolgern Karl II., Ludwig II. und Lothar I. die Reichsteilung eingeleitet, aus der das westfränkische Reich, das heutige Frankreich, hervorging.

Die Kapetinger
Der Westfranke Hugo Capet aus dem Adelsgeschlecht der Kapetinger führte 987 einen Dynastiewechsel herbei und wurde König von Frankreich. Gefahr drohte der Krone in den nachfolgenden Jahren von der Westküste Frankreichs, die von den in England herrschenden Normannen besiedelt war. Durch Heirat kam Westfrankreich im 12. Jahrhundert unter englische Herrschaft. Die Gebiete wurden von König Philipp II. August später wieder zurück gewonnen. Als 1328 der letzte Kapetinger starb, kam es im Streit um die Thronfolge zwischen Frankreich und England zum „Hundertjährigen Krieg“ (1337-1453). Die Bauerntochter Jeanne d’Arc befreite 1429 die Stadt Orléans von den Engländern und verhalf Karl VII. an die Macht. Erst 1453 wurden die Engländer vollständig aus Frankreich vertrieben. In den folgenden Jahren gewann das Königreich Frankreich zunehmend an Stärke.

Der Sonnenkönig Ludwig XIV
Im 17. Jahrhundert wurde Frankreich unter der politischen Führung der Kardinäle Richelieu und Mazarin zur absolutistisch regierten Großmacht. Den Höhepunkt erreichte der Absolutismus während der Regentschaft des Sonnenkönigs Ludwig XIV (1638-1715). Sein monumentales Schloss in Versailles war der Mittelpunkt seines riesigen Hofstaats. Die Expansionspolitik des Königs, sein aufwändiger Staatsapparat, sein luxuriöser Hofstaat und die vielen Kriege kosteten Frankreich eine Menge Geld. Als der Sonnenkönig starb stand Frankreich vor dem Staatsbankrott. Die Bürger mussten immer mehr Steuern zahlen, die sozialen Missstände und der Unmut wuchsen. Schließlich führte die wachsende Armut 1789 zur Französischen Revolution, die einschneidende Reformen einleitete und der Monarchie ein vorläufiges Ende setzte.

Frankreich Geschichte
Die Geschichte Frankreichs
Foto: © Atout France, Sam Bellet CRT Picardie

Die napoleonische Ära
Der Korse Napoleon Bonaparte, der in den Koalitionskriegen in der Armee zum General aufgestiegen war, übernahm 1799 als Erster Konsul der Französischen Republik die Macht. 1804 krönte er sich selbst zum Kaiser von Frankreich. Unter seiner Führung wurden große Teile Europas erobert und die alteuropäische Staaten- und Herrschaftsordnung umgestürzt. Als Napoleon 1812 in Russland einmarschierte und 1813 vernichtend geschlagen wurde, besiegelte dies seinen Sturz und seine Verbannung auf die Insel Elba. Er kehrte danach für 100 Tage an die Macht zurück, wurde aber in der Schlacht bei Waterloo endgültig besiegt und auf die Insel St. Helena im Südatlantik verbannt.

Frankreich im 19. Jahrhundert
Nach der Ära Napoleon schwankte Frankreich zwischen Monarchie und Republik. 1814 kam Ludwig XVIII auf den Thron, nach dessen Tod sein Bruder Karl X, der 1830 durch die Julirevolution gestürzt wurde. Sein Nachfolger wurde der Bürgerkönig Ludwig Philipp. Erst in der Februarrevolution 1848 wurde die Bourbonen-Monarchie in Frankreich endgültig abgeschafft und die Zweite Republik ausgerufen. Erster Präsident der neuen Republik wurde Charles-Louis-Napoléon Bonaparte, ein Neffe Napoleons. Nach vier Jahren als Staatspräsident ernannte er sich selbst zum Kaiser der Franzosen. Während des Deutsch-Französischen Krieges wurde er von preußischen Truppen gefangen genommen und daraufhin als Kaiser abgesetzt. In Frankreich wurde die Dritte Republik ausgerufen.

Frankreich in den Weltkriegen
Nach 1871 bildeten sich in Europa zwei Machtblöcke: Die Triple-Entente, ein Bündnis aus Großbritannien, Frankreich und Russland und der Zweibund, ein Bündnis aus Österreich-Ungarn und dem Deutschen Kaiserreich, aus dem später mit Italien der Dreibund wurde. Übersteigerter Nationalismus und internationale Krisen führten Europa zum Ersten Weltkrieg an dessen Ende Frankreich auf Seiten der Sieger stand. Der Friedensvertrag von Versailles im Jahr 1919 veränderte das europäische Staatengefüge.

Während des Zweiten Weltkrieges überrannte der deutsche Angriff im Mai 1940 Frankreich innerhalb von wenigen Wochen. Einen Monat später unterschrieb Frankreich ein Waffenstillstandsabkommen, was einer Kapitulation glich. Paris und weite Teile des Landes wurden der deutschen Besatzung unterstellt. Die darauffolgende Bildung der Vichy-Regierung in der unbesetzten Zone im Kurort Vichy in der Auvergne war um die Zusammenarbeit mit Deutschland bemüht. Das rief die Widerbestandsbewegung (Résistance) hervor. Führender Kopf der Bewegung war Charles de Gaulle, der nach Landung der Alliierten 1944 die Vierte Republik ausrief. Er war der erste Präsident der Fünften Republik, die seit 1958 besteht.

 

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