Frankreich für Anfänger

Kaum ein Land auf dieser Welt wird von so vielen Touristen besucht wie Frankreich. Im Jahr 2014 waren es sage und schreibe 83.8 Millionen. Mit einem Anteil von knapp 15% waren die Deutschen dabei die größte Gruppe.

Dass die Grande Nation bei Urlaubern so beliebt ist, liegt an ihrer unglaublichen Vielfalt. Sie reicht von Metropolen wie Paris und Marseille bis hin zu malerischen kleinen Bergdörfern. Skifahren in den Alpen ist genauso möglich wie entspannte Badeurlaube an den sonnigen Stränden von Mittelmeer oder Atlantik. Kurz gesagt: In Frankreich kommt jeder auf seine Kosten.

Flagge 723 Frankreich

Vor dem Urlaub sollte man Französisch lernen

Bevor man zum ersten Mal nach Frankreich fährt, sollte man sich auf jeden Fall zumindest einen Grundwortschatz auf Französisch aneignen. Natürlich gilt das eigentlich für jedes Reiseland, in diesem Fall ist es jedoch besonders wichtig. Denn die Franzosen sind sehr stolz auf ihre Sprache. Davon zeugen zahlreiche Gesetze. So müssen Radiostationen beispielsweise einen bestimmten Prozentsatz an französischsprachiger Musik spielen. Außerdem gibt es ein staatliches Programm, das ausschließlich für die Förderung und den Erhalt der französischen Sprache zuständig ist.

Gegenüber Touristen, die zumindest in Restaurants und auf Märkten in der Landessprache zurechtkommen, sind die Franzosen daher in vielen Fällen deutlich aufgeschlossener. Das bedeutet nicht, dass sie Fremdsprachen grundsätzlich ablehnen. Gerade jüngere Leute sprechen meist auch Englisch. Sie werten es allerdings – nicht zu Unrecht – als Zeichen des Respekts, wenn man zumindest rudimentär Französisch kann.

Entschleunigung als Lebenseinstellung

Der Franzose genießt das Leben sprichwörtlich. Wer als Deutscher zum ersten Mal Frankreich besucht, sollte sich daher auf einige Unterschiede gefasst machen, denn alles geht ein wenig entspannter zu als bei uns. Besonders im Süden kommt das öffentliche Leben um die Mittagszeit fast völlig zum Erliegen. Dafür werden die Tage abends bis zum Ende ausgereizt. Ein Großteil spielt sich dabei im Freien ab, wo man sich trifft, um gemeinsam Wein zu trinken, zu plaudern und die späte Sonne zu genießen. Wer die französische Kultur wirklich kennen lernen will, sollte sich an solchen Zusammenkünften beteiligen – sie stellen gerade für Deutsche eine willkommene Abwechslung dar.

Frankreich ist mehr als Paris

Wie oben bereits angesprochen: Frankreich bietet eine riesige Vielfalt, bei der jeder auf seine Kosten kommt. Als erstes fällt vielen natürlich Paris mit seinen weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm oder dem Louvre ein. Es gibt jedoch auch weniger bekannte, aber nichtsdestotrotz wunderschöne Flecken, die man sich auf jeden Fall ansehen sollte, wenn man Frankreich bereist.

Eine Tour, die Frankreich-Anfängern viele verschiedene Facetten dieses wunderschönen Landes zeigt, haben wir hier zusammengestellt. Erfahrene Frankreich-Urlauber kennen die einzelnen Etappenziele sicher schon – wenn nicht, sind diese natürlich auch für sie interessant.

 

Die Ardèche-Schluchten

 

Die Ardèche ist ein Fluss, der bei Astet entspringt. Besonders schön ist sein Unterlauf ab Vallon-Pont-d'Arc. Dort führt er unter einer natürlichen Steinbrücke hindurch und schlängelt sich dann auf einer Strecke von ca. 30 km durch die beeindruckenden Schluchten, die sich bestens dazu eigenen, mit dem Kanu erkundet zu werden. Neben der puren Schönheit der Natur locken auch die Caverne du Pont-d’Arc und die Madeleine-Grotte zahlreiche Besucher an. Ein Tag auf der Ardèche lohnt sich also in vielerlei Hinsicht.

 

Avignon

 

Die berühmte Brücke Pont Saint-Bénezet, die heute mitten in der Rhône endet, kennt vermutlich jeder. Avignon, das im Jahr 200 Europas Kulturhauptstadt war, hat jedoch noch deutlich mehr zu bieten. In der historischen Altstadt befindet sich der Papstpalast, der wie der Pont Saint-Bénezet zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Aber auch sonst findet man innerhalb der teilweise noch gut erhaltenen Stadtmauern viele interessante Bauwerke wie die Pfarrkirche Saint-Pierre d’Avignon oder zahlreiche Bibliotheken.

 

Pont du Gard

 

Von Avignon geht es weiter zum berühmten Pont du Gard, einem Aquädukt aus der Zeit der römischen Besatzung. Die mehrstöckige Brücke ist ein besonders beeindruckendes Beispiel der damaligen Baukunst. Anschließend empfiehlt sich ein Besuch des Marktes in Uzès, wo man sich mit regionalen Köstlichkeiten eindecken kann, mit denen man den Tag authentisch ausklingen lässt.

 

Nîmes

 

Dass die alten Römer nicht nur Brücken, sondern auch noch ganz andere Dinge bauen konnten, zeigt ein Besuch in Nîmes. Das bekannteste Bauwerk der Stadt ist das Amphitheater, in dem auch heute noch Stierkämpfe stattfinden. Außerdem sind einige römische Tempel wie das Maison Carrée bis heute erhalten. Kulturliebhaber kommen darüber hinaus in den zahlreichen Museen auf ihre Kosten.

 

Montpellier

 

Die Stadt in unmittelbarer Nähe der Mittelmeerküste verbindet verschiedene Elemente. Nach einem Spaziergang durch das symmetrisch angelegte, neoklassizistische Stadtviertel Antigone gelangt man durch ein Einkaufszentrum auf die berühmte Place de la Comedie und von dort aus in die zahlreichen verwinkelten Gassen der Altstadt. Dort findet man ebenfalls zahlreiche Gebäude und Plätze, die an die römische Besatzung erinnern. Montpellier nennt außerdem ein riesiges Aquarium und einen weitläufigen Zoo sein Eigen.

Entlang dieser Tour findet man zahlreiche Campingplätze, auf denen man übernachten kann. Wer auf den Komfort eines Hotels nicht verzichten will, kann seine Unterkünfte hier buchen. So oder so: Auf dieser Route durch den südlichen Teil Frankreichs kommen Naturfreunde genauso auf ihre Kosten wie Städteliebhaber oder geschichtlich interessierte Touristen.

 

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