Auvergne

Auvergne – Vulkanlandschaft Frankreichs

In der Region in Zentralfrankreich finden Sie über 100 Vulkane, zahlreiche Kraterseen, grüne Weiden, Wälder, Täler, historische Städte, fast 20.000 Kilometer Wasserläufe und über 100 Quellen. Eine davon kennen Sie ganz sicher vom Namen her – es ist die Volvic-Quelle, aus der das gleichnamige Mineralwasser aus Frankreich stammt. Die Franzosen nennen die Auvergne ihr geografisches Zentrum.

Auvergne
Auvergne – Vulkanlandschaft Frankreichs
Foto: © Atout France, R-Cast

Die Départements der Auvergne
Die Region mit der Hauptstadt Clermont-Ferrand besteht aus den vier Départements Allier, Cantal, Haute-Loire und Puy-de-Dôme. Das Département Allier ist nach dem gleichnamigen Fluss benannt. Die größte Stadt und Hauptort ist Montluçon mit rund 42.000 Einwohnern. Das Département Cantal ist nach dem Plomb du Cantal benannt, dem zweithöchsten Berg des Massif Centrals. Hauptort ist Aurillac mit 27.000 Einwohnern, das am südwestlichen Fuß des Cantal-Vulkans liegt.

Sehenswert ist das Schloss St-Étienne, in dem sich das Museum der Vulkane (Musée des Volcans) befindet. Haut-Laure hat seinen Namen vom Oberlauf der Loire, deren Quellgebiet sich in diesem Département befindet. Hauptort und größte Stadt ist Le Puy-en-Velay, die aufgrund ihrer Lage in der Vulkanlandschaft ein beliebtes Touristenziel ist. In der Stadt beginnt die Via Podiensis, der französische Teil des Jakobswegs. Puy-de-Dôme, das nach dem gleichnamigen Berg im Zentralmassiv benannt ist, ist das flächenmäßig größte Département der Region. Größte Stadt ist Clermond-Ferrand, die Hauptstadt der Auvergne.



Clermond-Ferrand, Hauptstadt mit der schwarzen Kathedrale
Wahrzeichen der Stadt, die am Fuße des Vulkans Puy de Dôme liegt und von diesem um 1000 Meter überragt wird, ist die Kathedrale Notre-Dame-de-l’Assomption. Die gotische Kathedrale aus schwarzem Lavagestein beherrscht das Stadtbild. Vom Turm des 100 Meter hohen Baus haben Sie einen herrlichen Blick über die Stadt und den Vulkan. Die Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert rund um die Kathedrale bestehen aus dem gleichen schwarzen Lavagestein. Zentrum des städtischen Lebens ist die Place Chaude mit dem Kaufhaus Galeries Lafayette, vielen kleinen Läden, Cafés und Bistros. An der Place Saint-Pierre liegt die Markthalle Marché Saint-Pierre, ein täglicher Lebensmittelmarkt mit vielen kulinarischen Köstlichkeiten der Region. Nicht weit von der Basilika Notre-Dame-du-Port aus dem 11. Jahrhundert beginnt die Fußgängerzone und Einkaufsstraße Rue du Port. Sehenswert ist das Kunstmuseum Musée des Beaux-Arts Roger-Quillot im Viertel Montferrand, das nach dem Vorbild des New Yorker Guggenheim-Museums gestaltet wurde.

Auvergne
Auvergne – Vulkanlandschaft Frankreichs
Foto: © Atout France, Joël Damase

In Clermond-Ferrand wurde übrigens der Michelin-Reifen „geboren“. Das Unternehmen Michelin, das neben Autoreifen auch Straßenkarten und Reiseführer herstellt, wurde 1889 in Clermond-Ferrand gegründet und ist mit über 30.000 Mitarbeitern das wichtigste Unternehmen der Stadt. Am westlichen Stadtrand von Clermont-Ferrand, in Chamalières, werden übrigens die französischen Euroscheine gedruckt. In der kleinen Stadt, die auf dem Weg zum Vulkan Puy de Dôme liegt, befindet sich die Banknotendruckerei der Banque de France.

Die Vulkanwelt der Auvergne
Ein erheblicher Teil der Auvergne gehört zur Vulkanlandschaft des Zentralmassivs. In der Region liegen die beiden Vulkanketten Monts Dore und Chaîne des Puys. Der höchste Gipfel der Monts Dore ist der Puy de Sancy mit 1885 Metern. Puy ist übrigens das französische Wort für Vulkankegel. Die höchste Erhebung der Chaîne des Puys ist der Puy de Dôme mit 1465 Metern, der 15 Kilometer von Clermond-Ferrand entfernt liegt. Die Kelten beteten auf dem Gipfel des Vulkans ihren Gott Dumiatis an, die Römer errichteten später einen Merkurtempel, dessen Reste bei Ausgrabungen freigelegt wurden. Zum Puy de Dôme hinauf führen Wanderwege, eine Straße sowie eine Zahnradbahn. Bei klarer Sicht haben Sie vom Gipfel aus einen spektakulären Blick über 100 inaktive Vulkane. In den Naturparks der Vulkanlandschaft können Sie Gleitschirmfliegen, wandern, klettern, Rafting machen oder in Kraterseen baden. Im Winter wird das vulkanische Zentralmassiv zum alpinen Sportgebiet mit Abfahrt, Langlauf, Snowboarding, Schneeschuhwandern und Schlittenfahren.


Sehenswerte Städte in der Auvergne


Vichy
Schon die Römer nutzten die berühmten Heilquellen der Stadt, die bei Arthritis, Rheumatismus und Verdauungsproblemen Wunder wirken sollen. Aber erst seit Napoleon III. nach 1860 die Quellen zur Linderung von Schmerzen nutzte, wurde Vichy zum bedeutendsten Heilbad Frankreichs. Jährlich kommen 30.000 Menschen zur Kur in den knapp 25.000 Einwohner zählenden Ort.
Während des 2. Weltkriegs war Vichy als „unbesetzte Zone“ von 1940 bis 1944 Sitz des Vichy-Regimes.

Le Puy-en-Velay
In der Kleinstadt, die 625 Meter hoch auf einer Reihe von Felsen in einem Vulkankrater liegt, befindet sich die Via Podiensis, Ausgangspunkt des französischen Teils des Jakobswegs. Wahrzeichen der Stadt sind die Kathedrale de Notre Dame auf dem Mont Anis mit der berühmten schwarzen Madonna sowie die zum UNESCO-Welterbe zählt sowie die Chapelle Saint-Michel d’Aiguilhe. Die Kapelle aus dem 10./11. Jahrhundert, die auf einem Lavafelsen thront und über 268 Stufen zu erreichen ist, sieht wie ein riesiger Finger aus, der aus dem Felsen ragt.

Montluçon
Die Altstadt ist mit ihren Fachwerkhäusern ist eine Sehenswürdigkeit an sich. Attraktion ist das im 13. Jahrhundert erbaute Bourbonen-Schloss (Château des Ducs de Bourbon) auf einem Granithügel über der Stadt, das heute Ausstellungen zeitgenössischer Kunst beherbergt. Montluçon liegt im Département Allier, der historischen Grafschaft Bourbonnais, die einst Stammsitz des Adelsgeschlechts der Bourbonen war. Die Bourbonen stellten acht französische Könige. Der letzte König aus dem Haus Bourbon ist Juan-Carlos, der aktuelle König von Spanien.

 

Folgende Themen könnten Sie noch interessieren: