Languedoc-Roussillon

Languedoc-Rousillon – römisches Erbe und katalanisches Flair

Die Region im Süden von Frankreich gehörte einst zu Spanien. Das katalanische Erbe ist noch immer gegenwärtig und zeigt sich in den farbigen Fassaden der Häuser, in Straßenschildern, in der Vorliebe für Stierkämpfe, Paella und Tapas. Der Küstenstreifen am Mittelmeer war das erste Gebiet Galliens, das die Römer besiedelten. Überreste dieser Epoche sind das Amphitheater von Nîmes, die Trasse der Via Domitia, der ersten Römerstraße Galliens und Relikte in der Ausgrabungsstätte von Ensérune.

Languedoc-Roussillon
Languedoc-Rousillon – römisches Erbe und katalanisches Flair
Foto: © Atout France, Patrice Thébault

In der Region an der Mittelmeerküste finden Sie sowohl kilometerlange Sandstrände als auch bergiges Hinterland. Die Hauptstadt Montpellier zählt zu den dynamischsten Städten Südfrankreichs. Nîmes ist für seine zahlreichen Bauten aus der Römerzteit bekannt, Carcassonne gehört mit seiner Festung zum Weltkulturerbe der UNESCO und in Perpignan, der Hauptstadt des Départements Pyrénées-Orientales wird mehr katalanisch als französisch gesprochen.

Die Départements des Languedoc-Rousillon
Die Mittelmeerregion besteht aus den Départements Aude, Hérault, Gard, Pyrénées-Orientales und dem zum Massif Central gehörenden Lozère. Das Département Aude an der westlichen Mittelmeerküste ist bekannt für seine mittelalterliche Festung Cité Carcassonne im gleichnamigen Hauptort der Region. Im Département Hérault, das sich vom Massif Central im Norden bis zum Mittelmeer im Süden erstreckt, ist das bevölkerungsreichste der Region. Hier liegt die Hauptstadt Montpellier. In Gard liegt Nîmes, die zweitgrößte Stadt des Languedoc-Rousillon. Das Département Pyrénées-Orientales liegt im Südwesten der Region an der spanischen Grenze. Hauptort ist Perpignan. Lozère, mit 77.000 Einwohnern das bevölkerungsärmste Département ist nach dem Mont Lozère in den Cevennen benannt. Hauptort ist Mende.

Montpellier, die dynamische Studentenstadt
Mit über 60.000 Studenten ist Montpellier eine der größten Studentenstädte Frankreichs und gleichzeitig eine der ältesten. 1220 wurde die medizinische Schule gegründet, die 1289 den Status einer Universität erhielt. Sie ist die älteste medizinische Fakultät Frankreichs und zählt noch heute zu einer der besten. Aufgrund des hohen Studentenanteils ist fast jeder Vierte der knapp 258.000 Einwohner unter 25 Jahre alt. Die Stadt liegt zehn Kilometer von der Mittelmeerküste entfernt. Zentrum des städtischen Lebens ist die Place de la Comédie, die wegen ihrer ovalen Form auch „l’œuf“ (das Ei) genannt wird. Der Platz ist umgeben von der Oper und zahlreichen Cafés. Am Ende der Rue Foch befindet sich der Triumphbogen Porte du Peyrou aus dem 17. Jahrhundert. Gegenüber liegt die Promenade du Peyrou mit dem prachtvollen Pavillon du Peyrou. Auf dem höchsten Punkt Montpelliers erbaut, bietet er einen herrlichen Blick über die umliegenden Stadtviertel. Sehenswert sind die beiden Kathedralen Saint-Pierre und Notre-Dame des Tables. Der Jardin des Plantes neben der Kathedrale Saint-Pierre ist der erste botanische Garten, der in Frankreich gepflanzt wurde. Im Stadtviertel Antigone im Osten des Zentrums befindet sich der postmoderne Wohnblock Antigone mit Monumentalbauten im neoklassizistischen Stil.

Nîmes, alte Römerstadt
In der einstigen Römerstadt finden sich noch heute zahlreiche Spuren der gallorömischen Kultur. Das Amphitheater Les Arènes aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. im Zentrum der Stadt wurde nach dem Vorbild des Kolosseums in Rom erbaut. Es bot für über 20.000 Zuschauer Platz – heute beträgt die Sitzkapazität 13.000 Plätze. Das Amphitheater wird für Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen genutzt, mehrmals jährlich wird es zur Stierkampfarena. Der viereckige Tempel Maison Carrée mit korinthischen Säulen an der Place de la Maison Carrée wurde 19 vor Chr. errichtet. Das römische Stadttor Porte Auguste markiert die Stelle, an der die Via Domitia, die erste Römerstraße Galliens, von Osten in die Stadt führte. Über das Castellum, ein in den Felsen geschlagenes Verteilungsbecken, fingen die Römer das Wasser auf, das über den Pont du Gard in die Stadt geleitet wurde. Der Pont du Gard befindet sich in der Gemeinde Vers-Pont-du-Gard und ist eine über 2000 Jahre alte Aquäduktbrücke mit 275 Metern Länge und drei Etagen auf 49 Metern Höhe. Das Aquädukt versorgte die Stadt Nîmes mit Wasser aus der Quelle bei Uzès. Die Brücke ist eine der wichtigsten erhaltenen Brückenbauwerke aus der Römerzeit und eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Südfrankreich.

Languedoc-Roussillon
Languedoc-Rousillon – römisches Erbe und katalanisches Flair
Foto: © Atout France, Catherine Bibollet

Carcassonne, alte Festungsstadt
Wahrzeichen der Stadt zwischen Atlantik und Mittelmeer ist die mittelalterliche Festung Cité de Carcassonne auf einem Hügel der Altstadt. Die Cité ist von einer doppelten, drei Kilometer langen Mauer mit 52 Türmen umgeben. Carcassonne wurde von den Römern im 1. Jahrhundert v. Chr. gegründet, der Ausbau zur Festung erfolgte jedoch erst im Mittelalter. Heute leben rund 230 Menschen in der Festungsstadt. Seit 1997 gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Katalanisches Flair in Perpignan
Die Stadt am Golfe du Lion liegt 30 Kilometer von der Grenze zu Spanien entfernt und ist mit 320 Sonnentagen im Jahr eines der beliebtesten Touristenziele Südfrankreichs. Bis 1659 gehörte Perpignan (spanisch Perpinyá) zu Spanien und war im 13./14. Jahrhundert die Hauptstadt des Königreichs Mallorca. Etwa 100.000 der knapp 118.000 Einwohner Perpignans sprechen katalanisch. Im Süden der Stadt liegt der ehemalige Palast der Könige von Mallorca (Palais des Rois der Majorque) aus dem 13. Jahrhundert. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das ehemalige Handelsgerichtshaus Loge de Mer aus dem 14. Jahrhundert, das daneben stehende Hôtel de Ville (Rathaus), in dessen Innerem sich ein Arkadenhof aus dem 14. Jahrhundert befindet sowie die Cathédrale de Saint-Jean-Baptiste de Perpignan mit ihrem historischen Glockenspiel. Der Hauptbahnhof von Perpignan wurde übrigens in dem monumentalen Gemälde La Gare de Perpignan von Salvador Dalí verewigt, das im Kölner Museum Ludwig hängt. Nur 15 Autominuten von der Stadt entfernt liegen kilometerlange weiße Sandstrände. Im Winter ist man in einer Stunde auf den Skipisten der Pyrenäen.

 

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