Lothringen

Lothringen, Heimat der Quiche Lorraine

Bis 1766 war das ehemalige Herzogtum Lothringen Teil des Heiligen Römischen Reichs. Der Name geht auf Lothar I. zurück, der nach dem Tod seines Vaters Ludwig I. im Jahr 840 den mittleren Teil des Fränkischen Reichs als „Lotharii Regnum“, Reich des Lothar, zusammen mit der Kaiserwürde erhielt. Der französische Name von Lothringen ist Lorraine. Lothringen gehörte nach 1766 abwechselnd zu Deutschland und Frankreich.

Lothringen
Lothringen, Heimat der Quiche Lorraine
Foto: © Atout France, Michel Laurent CRT Lorraine

Die Départements von Lothringen
Die Region im Nordosten Frankreichs mit der Hauptstadt Metz besteht aus den vier Départements Meuse, Meurthe-et-Moselle, Vosges und Moselle. Meuse, nach dem Fluss Maas benannt, der auf Französisch Meuse heißt, grenzt im Norden an Belgien. Die größte Stadt des Départements ist Verdun. In Meurthe-et-Moselle liegt die historische Hauptstadt Lothringens, Nancy, die heute Hauptstadt der Départements und nach Metz zweitgrößte Stadt der Region ist. Das Département Vosges ist nach den Vogesen benannt, obwohl diese nur das östliche Drittel des Vosges einnehmen. Die größte Stadt ist Épinal an der oberen Mosel. Moselle, das flächenmäßig größte Département, ist nach dem Fluss Mosel benannt. Das Département grenzt im Norden an Luxemburg, im Nordosten an das Saarland und Rheinland-Pfalz. Die größte Stadt ist Metz.

Metz, die Hauptstadt Lothringens
Die 121.000 Einwohner zählende Stadt liegt an der Mündung des Flusses Seille in die Mosel. Hauptattraktion ist die auf einem Hügel über der Altstadt liegende Kathedrale St-Étienne mit ihren 6500 Quadratmetern Kirchenfenstern, wovon einige von Marc Chagall entworfen wurden. Auch in der Kirche St-Maxim gibt es Fenster mit Glasmalereien eines berühmten Künstlers und zwar des Schriftstellers und Malers Jean Cocteau. Das symbolische Herz der Stadt und urbaner Mittelpunkt ist die gepflasterte Place d’Armes aus dem 18. Jahrhundert. In der Altstadt, der Vieille Ville, stehen wunderschöne Bürgerhäuser rund um die mittelalterliche Place St-Louis. Seit 2010 gibt es in der Nähe des Hauptbahnhofs eine Zweigstelle des Pariser Centre Georges Pompidou. In dem sechseckigen Gebäude des japanischen Architekten Shigeru Ban ist auf 1200 Quadratmetern moderne europäische Kunst ausgestellt.

Nancy, historische Hauptstadt Lothringens
Die ehemalige Residenz der Lothringer Herzöge ist voller historischer Sehenswürdigkeiten. In der Altstadt befinden sich neben zahlreichen Bauten aus dem Mittelalter auch der ehemalige Herzogspalast (Palais des Ducs de Lorraine) in der Grande Rue, mit dessen Bau ab 1502 begonnen wurde. Heute ist das lothringische historische Museum (Musée Lorraine d'Art et d'Histoire) im Palast untergebracht. Neben dem Palast steht die 1477 errichtete Église des Cordeliers, die Grabkirche der Herzöge von Lothringen. Hauptattraktion der Stadt ist die klassizistische Place Stanislas, die zwischen 1752 und 1755 Jahren im Auftrag von Herzog Stanislas angelegt wurde. Seinerzeit hieß der Platz Place Royale zu Ehren König Ludwig XV, dem Schwiegersohn des Herzogs. Seit 1831 wird der Platz nach dem Herzog benannt. Der Platz ist seit 1983 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Neben der Place Stanislas befindet sich ein Triumphbogen, der ebenfalls zu Ehren Ludwig XV errichtet wurde. Ebenfalls an der Place Stanislas liegt das Kunstmuseum Musée des Beaux-Arts, in dem europäische Kunst ab dem 14. Jahrhundert ausgestellt ist, u.a. Werke von Monet, Delacroix und Modigliani.

 

Lothringen
Lothringen, Heimat der Quiche Lorraine
Foto: © Atout France, Michel Laurent CRT Lorraine

Gérardmer, Perle der Vogesen
Die kleine Stadt im Département Vosges am Gerbirgssee Lac de Gérardmer befindet sich das älteste Tourismusbüro Frankreichs, das 1875 eröffnet wurde. Seit dieser Zeit nennt sich der Gérardmer Perle der Vogesen und ist ein beliebter Ferienort der Franzosen. Der Lac de Gérardmer ist mit 2,2 Kilometern Länge und 750 Metern Breite der größte natürliche See in Lothringen und den Vogesen. In dem knapp 9000 Einwohner zählenden Städtchen gibt es zahlreiche Hotels, dank des Sees viele Möglichkeiten für alle Arten des Wassersports, Spazierwege rund um den See und jede Menge Wanderwege in der Umgebung. Im Winter ist die Gegend bei Skifahrern beliebt. In Gérardmer wird übrigens der Géromée-Käse hergestellt, der ähnlich wie der Munster schmeckt.

Schlösser in Lothringen
Während im Elsass Burgen landschaftsprägend sind, sind es in Lothringen die Schlösser. Vor allem in den Départements Moselle und Meurthe-et-Moselle stehen kleinere Landschlösser dicht beieinander. Die beiden schönsten Schlösser Lothringens sind

Schloss Lunéville
in der gleichnamigen Stadt. Das Schloss gilt als das lothringische Versailles. Es wurde zwischen 1703 und 1720 für den Lothringer Herzog Leopold errichtet.

Schloss Commercy
wurde erstmals 967 urkundlich erwähnt. Es steht im gleichnamigen Ort und erinnert aufgrund seiner kolossalen Säulen an Schloss Lunéville.

Quiche Lorraine – Lothringer Speckkuchen
Die Spezialität Lothringens wurde im 16. Jahrhundert von einem Lothringer Bäcker erfunden. Ursprünglich war die Quiche Lorraine ein Kuchen aus Brotteig mit einer Füllung aus Räucherspeck und einer Creme aus Eiern und Sahne. Erst viel später wurde ein Mürbeteig als Basis benutzt. Im Laufe der Zeit wurde dann Käse ein wichtiger Bestandteil der Quiche, der im Originalrezept jedoch nicht vorgesehen war. Heute werden Quiches in allen Variationen zubereitet – mit Fisch, Meeresfrüchten, Fleisch, Geflügel und Gemüse der Saison. Die Franzosen essen sie als Vorspeise, aber auch als Hauptspeise mit frischem Salat. Selbst kalt als Snack für unterwegs ist die Quiche sehr beliebt. Viele Familien verarbeiten die Essensreste vom Wochenende zu einer Quiche Lorraine, was sie zur beliebten Montagsmahlzeit macht.
Backen Sie selbst eine Quiche. Das Rezept finden Sie unter dem Punkt „Französische Küche“.

 

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