Bretagne

Bretagne – weite Strände, zerklüftete Küsten und Zauberwälder

Sie waren noch nie in der Bretagne? Ganz sicher kennen Sie die Region an der Westküste von Frankreich von Fotos oder aus Filmen, denn immer wieder wird sie als Filmkulisse benutzt.

Bretagne
Die Bretagne - weite Strände, zerklüftete Küsten und Zauberwälder
Foto: © Atout France, Franck Charel

So entstanden hier das Liebesdrama „Die Frau des Leuchtturmwärters“ mit Sandrine Bonnaire in der Hauptrolle und der Hollywoodklassiker „Die Wikinger“ mit Kirk Douglas und Tony Curtis. Die Bretagne ist nicht nur berühmt für ihre weiten Strände, zerklüfteten Küsten, und Leuchttürme, sondern auch für Megalithen, Legenden aus der keltischen Mystik und nicht zuletzt für ihre Spezialitäten Cidre, Crêpes und Galettes. Während an der Nord- und Westküste der Region oft raues Wetter herrscht, wachsen im Süden der Bretagne Palmen und Feigen und die Strände sind sonnenverwöhnter als weiter nördlich.
Übrigens, von den 3,2 Millionen Einwohnern der Bretagne sprechen noch 700.000 fließend die alte keltische Sprache bretonisch.

Die vier Départements der Bretagne

Die größte Halbinsel Frankreichs besteht aus den vier Départements Finistère, Côtes-d’Armor, Morbihan und Ille-et-Vilaine. Das Finistère besticht im Süden durch lange Sandstrände, im Norden durch kleine Buchten und im Westen durch schroffe Felsenküsten. Die beiden größten Städte des Finistère sind Brest im Norden und Quimper im Süden.

Das Wort „Armor“ in Côtes-d’Armor ist keltisch und bedeutet „Land am Meer“. Das knapp 7000 Quadratkilometer große Département besteht aus einer 250 Kilometer lange Küstenlinie mit Steilküstenabschnitten, zwischen denen sich zahlreiche Buchten und Sandstrände befinden. In Côtes-d’Armor befinden sich die höchsten Klippen der Bretagne. Die größte Stadt ist Saint-Brieuc mit etwa 46.000 Einwohnern. Die bretonische Sprache ist hier sehr verbreitet.

Morbihan ist bretonisch und bedeutet „kleines Meer“. Das Département liegt im Süden der Bretagne. Im Neolithikum, der Jungsteinzeit, war es ein kultureller Brennpunkt. Hier, wie auch in anderen bretonischen Regionen, stehen gewaltige Menhire und Megalithen. Die beiden größten Städte des Département Morbihan sind Lorient und Vannes.

Das östlichste und bevölkerungsreichste Département der Bretagne, Ille-et-Vilaine, ist nach den beiden Flüssen Ille und Vilaine benannt. Die größte Stadt des Départements ist Rennes mit über 200.000 Einwohnern, die auch gleichzeitig die Hauptstadt der Bretagne ist. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist das alte Korsarenstädtchen Saint-Malo an der Smaragdküste.

Der Norden: Granitküste, Thalasso, Austern und Saint-Malo

Granitfelsen
Die Nordküste ist bekannt für ihre wilde Brandung und bizarre Felsformationen in allen Farben. Einer der schönsten Küstenabschnitte ist die 25 Meter lange Côte de Granit Rosa mit ihren rötlichen Granitfelsen, die bei schräg stehendem Licht rosa leuchten.

Thalasso
Wussten Sie, dass die nordwestlich gelegene Gemeinde Roscoff die Wiege der Thalasso-Therapie ist? 1899 entstand hier das erste Thalasso-Zentrum weltweit. Mittlerweile gibt es 14 davon in der Bretagne.

Austernbänke
Der Norden der Bretagne ist für die Austernzucht bekannt. Über 6000 Tonnen Austern werden hier jährlich geerntet. Sie mögen Austern? Die Besten und Frischesten soll es im Hafen von La Houle (bei Cancale) geben.

Saint-Malo
Einer der Höhepunkte des Nordwestens ist die alte Korsarenstadt Saint-Malo an der Côte d’Émeraude (Smaragdküste) mit ihrem Gewirr aus engen Straßen, Häusern aus dem 18. Jahrhundert und Festungsanlagen. Von hier aus stach der bretonische Seefahrer und Entdecker Jacques Cartier 1534 Richtung Amerika in See, entdeckte die Mündung des Sankt-Lorenz-Stroms und beanspruchte das Gebiet der heutigen Provinz Québec für Frankreich. Der Wahlspruch der Bewohner des Ortes lautet: „Ni Français, ni Breton, Malouin suis“ (Bin weder Franzose, noch Bretone, ich bin Bürger von Saint-Malo).

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Die Bretagne - weite Strände, zerklüftete Küsten und Zauberwälder
Foto: © Atout France, Michel Angot

Der Westen: Felsküsten, Leuchttürme und Künstlerkolonie

Weite, weiße Sandstrände und zerklüftete Felsküsten
Im Finistère, dem westlichsten Zipfel der Bretagne, finden Sie eine 300 Kilometer lange Küstenlandschaft mit weißen Sandstränden und zerklüfteten Felsen. Weil es an der Spitze der bretonischen Halbinsel liegt, nannten die alten Römer das Gebiet Finis Terrare, das Ende der Erde. Hier befindet sich die Hafenstadt Brest, Stützpunkt der französischen Atlantikflotte.

Leuchttürme
Die meisten der 140 französischen Leuchttürme befinden sich an der Westküste der Bretagne. Auch der, in dem Teile des Dramas „Die Frau des Leuchtturmwärters“ gedreht wurden. Heute gibt es allerdings keine Leuchtturmwärter mehr. Seit 2004 sind die bretonischen Leuchttürme vollautomatisiert.

Künstler aus aller Welt
Picasso, Renoir, Matisse, Monet, Gauguin und der amerikanische Maler Henry Bacon kamen hierher, um sich von der Schönheit der Hafenstädtchen und dem Alltag der Bretonen inspirieren zu lassen. 1886 kamen Paul Gauguin und Èmile Bernard in die kleine Gemeinde Pont-Aven in der Finestère und bildeten die Schule von Pont-Aven. Hier entstanden einige von Gauguins berühmtesten Gemälden.

Cidre
Seit dem 12. Jahrhundert wird in der Gegend um Cornouaille in der Finestère das Nationalgetränk der Bretonen aus traditionellen Apfelsorten der Gegend hergestellt. Besuchen Sie während Ihres nächsten Urlaubs in der Bretagne doch einmal einen Cidre-Bauern entlang der Route de Cidre AOC Cornouaille und probieren Sie einen Kir Breton, Cidre mit Crème de Cassis.

Der Süden: Monolithe, Crêpes und Galettes

Monolithkultur
In der kleinen Gemeinde Carnac können Sie die weltweit größte Ansammlung von Monolithen bestaunen. Über 3000 Steingiganten aus der Vorzeit stehen auf Wiesen und Heideflächen verteilt. Der Größte Menhir ist über 10 Meter hoch.

Crêpes und Gallettes
Die bretonische Variante des Pfannkuchens wurde im 14. Jahrhundert als preiswerte Alternative zum Brot erfunden. Für die Crêpes brauchte die einfache Bevölkerung keinen Backofen, es reichte eine Pfanne. Die Bretonen belegen ihre Crêpes gerne mit Marmelade oder Schokoladencreme. Die herzhafte Variante der Crêpe ist die Gallette, die aus Buchweizenmehl, Salz und Wasser hergestellt wird. Eier werden für den Teig traditionell nicht verwendet. Crêpes und Gallettes gelten als Nationalgerichte der Bretonen.

Das Landesinnere der Bretagne: Zauberwald und Mythen

Argoat nennen die Bretonen ihr Hinterland. Hier sind Mythen und die keltische Sagenwelt zuhause. So glaubte König Artus, dass im legendären Zauberwald von Brocéliande der heilige Gral versteckt gewesen sein soll. Im Tal ohne Wiederkehr, das tief im Zauberwald lag, lebten der Zauberer Merlin und seine Fee Viviane. Im Mittelalter nahm der Wald das gesamte Zentrum der Bretagne ein, heute ist nur noch ein kleiner Teil der Gesamtfläche, der Wald von Paimpont, übrig. Den Spuren der keltischen Mystik der Artus-Sage können Sie auf der 70 Kilometer langen „Tour de Brocéliande“, einem Rad- und Wanderweg, folgen. Auf der Tour finden Sie im Osten des Waldes Merlins Grab – ein Dolmen nahe dem See von Marelles.

 

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