Burgund

Burgund – das Herz Frankreichs

Weltberühmte Weine, architektonische Juwelen, wundervolle Natur mit weiten Wäldern, zahlreichen Seen, Flüssen und Kanälen, gastronomische Vielfalt – das Burgund im Zentrum  von Frankreich gilt als die reichste Region des Landes in Bezug auf Kultur, Geschichte und Wirtschaft.

Burgund
Burgund – das Herz Frankreichs
Foto: © Atout France, Michel Angot

Die Départements des Burgund
Das Burgund (französisch Bourgogne), eine der ältesten Kulturlandschaften Europas, besteht aus den vier Départements Saône-et-Loire, Côte-d’Or, Yonne und Nièvre. Die berühmteste Sehenswürdigkeit des Départements Saône-et-Loire ist die Ruine des Benediktinerklosters von Cluny, das einst eines der mächtigsten Klöster Europas war. Das Département Côte-d’Or, in dem die Hauptstadt des Burgund liegt, ist zum größten Teil Weinbaugebiet, in dem die Spitzenweine des Burgunds hergestellt werden. Zweitgrößte Stadt des Départements Yonne ist die alte Königsstadt Sens mit der ältesten gotischen Kathedrale Frankreichs. Yonne ist ebenfalls Stätte prähistorischer Höhlen. Nièvre, das bevölkerungsärmste Département des Burgund, ist für seine vielen Kanäle bekannt. In der Hauptstadt des Départements, Nevers, befinden sich zahlreiche prachtvolle Bürgerhäuser aus dem 14. bis 17. Jahrhundert.

Dijon – Hauptstadt des Senfs
Was fällt Ihnen zuerst ein, wenn Sie Dijon hören? Ganz sicher der Dijon-Senf, der hier im 18. Jahrhundert erfunden wurde, aber dort seit 2009 nicht mehr hergestellt wird. Dijon wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. von den Römern gegründet, die den Ort Divio nannten. 1016 wurde Dijon Hauptstadt des Herzogtums Burgund. Der alte Herzogspalast (Palais des Ducs) ist der Mittelpunkt im Zentrum Dijons. Er wurde im 14. Jahrhundert erbaut und im 15. und 18. Jahrhundert erweitert. Heute ist in dem Palast das Musée des Beaux-Arts untergebracht, eines der ältesten Kunstmuseen Frankreichs. Rund um den Palast stehen prachtvolle Patrizierhäuser aus dem Mittelalter und der Renaissance. Die Altstadt Dijons ist vom Mittelalter geprägt mit Fachwerkhäusern und kopfsteingepflasterten Straßen. Als ehemaliger Bischofssitz ist die Stadt reich an Kirchen aus verschiedenen Epochen. Die älteste Kirche ist Notre-Dame aus dem 13. Jahrhundert, deren Fassade mit Säulen und Wasserspeiern geschmückt ist. Sie gilt als die baukünstlerisch schönste Kirche im Burgund.

Tipp: Besuchen Sie während Ihres nächsten Urlaubs in Burgund doch eines der vielen Musik- und Theaterfestivals, die jährlich zwischen Juni und September stattfinden.

Das Weinbaugebiet Burgund

Aus der Weinregion Bordeaux kommen zwar die berühmtesten Weine, die teuersten stammen jedoch aus dem Burgund. Die wichtigste Rotwein-Rebsorte des Burgunds ist die Edelrebe Pinot Noir (Spätburgunder), die 36 Prozent der bestockten Rebfläche ausmacht. Die andere wichtige Rebsorte ist Gamay, die zur Herstellung des Beaujoulais verwendet wird. Die besten Anbaugebiete befinden sich im Département Côte d’Or, das in zahllose kleine Winzerbetriebe eingeteilt ist. Allein den Weinberg Clos de Vougeot mit der Grand-Cru-Lage teilen sich 80 Winzerbetriebe. Das berühmteste Weingut ist Domaine de la Romanée-Conti in Vosne-Romanée, das gleichzeitig eines der berühmtesten der Welt ist. Die Weine werden zu Höchstpreisen verkauft. Chablis im Nordwesten des Burgunds produziert ausschließlich Weißweine aus Chardonnay-Trauben. Der Wein wird unter dem Namen Chablis verkauft. 

Tipp: Gönnen Sie sich das Besondere, folgen Sie der Weinroute und übernachten Sie im Château-Hotel André Ziltener inmitten des Weinbaugebietes Côte d’Or in Chambolle-Musigny, wo eines der renommiertesten Weingüter, Comte de Vogüé, liegt. Übrigens, im Keller des Hotels, das sich in einem Gebäude aus dem frühen 18. Jahrhundert befindet, ist ein Weinmuseum untergebracht.

Burgund
Burgund – das Herz Frankreichs
Foto: © Atout France, Patrice Thébault

Morvan-Gebirge
Das waldbestandene Granitplateau, das sich über alle vier Départements erstreckt, ist mit seinen Schluchten, Wäldern und tiefblauen Seen ein beliebtes Gebiet für Outdoor-Aktivitäten. Hier können Sie wandern, klettern (die höchste Erhebung ist der Mont Haut-Folin mit 901 Metern), angeln, reiten, Rad- und im Winter Skifahren. Der Name Morvan stammt übrigens aus dem Keltischen und bedeutet schwarzer Berg, was sich auf den schwarzen Granit bezieht. Die größten Städte des Morvans sind Autun, Avallon, Bibracte, Chateau-Chonin, Corbigny, Dun-les-Places, Saint-Léger-Vauban und Vezelay.
Tipp: Besuchen sie die kleine Stadt Saulieu am Rand des Morvan. Dort steht das weltberühmte Restaurant Les Relais Bernard Loiseau, eines der besten Restaurants Frankreichs und ein Juwel der burgundischen Küche.

Die Höhlen von Arcy-sur-Cure
In Arcy-sur-Cure im Département Yonne befinden sich elf Höhlen mit prähistorischen Wandmalereien, die zu den ältesten der Welt zählen. Steigen Sie hinab in die Höhlen und bestaunen Sie zwischen Gängen und unterirdischen Seen ein Zentrum prähistorischer Kunst.

Schlösser und Burgen im Burgund
Im Burgund gibt es rund 700 Burgen und Schlösser. Ein paar der Schönsten sind:

Château d'Ancy-le-Franc
Das vom italienischen Architekten Sebastiano Serlio um 1540 erbaute Schloss im Département Yonne ist ein Meisterwerk der Renaissance. In den Räumen finden Sie eine der größten Wandmalereien-Sammlungen Frankreichs des 16. und 17. Jahrhunderts.

Schloss Châteauneuf-en-Auxois
Das Schloss mit seinen zahlreichen Türmen stammt aus dem 12. Jahrhundert und überragt die Gegend um Auxois im Département Côte d’Or.

Château-de-Commarin
Die Schlossanlage aus dem 12. Jahrhundert liegt vier Kilometer nördlich von Châteauneuf-en-Auxois. Sie befindet sich im Privatbesitz, kann aber im Rahmen einer Führung besichtigt werden

Château de Tanlay
Das schmucke Wasserschloss im Département Yonne stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde vom französischen Regisseur Bernard Borderie 1964 als Drehort für seinen Film Angelique benutzt.

 

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