Normandie

Normandie – weitläufige Sandstrände, Blumenküste und ländliche Idylle

Die Normandie im Norden Frankreichs ist das Land der drei großen C: Calvados, Camembert und Cidre. Aber auch die Region von Frankreich mit den höchsten Klippen, der steilsten Küste, dem höchsten Tidenhub Europas, prachtvollen Schlössern und Gärten.

Normandie
Normandie – weitläufige Sandstrände, Blumenküste und ländliche Idylle
Foto: © Atout France, CDT Calvados

Erhalten hat die Normandie ihren Namen von den Normannen, den „Nordmännern“, die im 9. Jahrhundert unter dem Wikingeranführer Rollo in die Gegend um das heutige Rouen einfielen und es für sich beanspruchten. Die Region besteht seit 1956 aus zwei Teilen: der Haute-Normandie nördlich von Paris mit der Hauptstadt Rouen und der Basse-Normandie im Westen mit der Hauptstadt Caen und den Kanalinseln sowie der Halbinsel Cotentin.

Die Départements der Haute- und Basse-Normandie
Die Haute-Normandie besteht aus den Départements Seine-Maritime und Eure, die Basse-Normandie aus den drei Départements Calvados, Manche und Orne.
Seine-Maritime, das größte Département der Normandie, ist nach der Seine und ihrer maritimen Lage benannt. Die beiden größten Städte sind Le Havre und Rouen.
Eure im Nordwesten des Pariser Beckens ist nach dem gleichnamigen Fluss benannt. Die größte Stadt ist Évreux, die einst von den Kelten besiedelt war. In der Umgebung der Stadt befinden sich zahlreiche Dolmen und Menhire. Das Département Calvados ist berühmt für seinen bernsteinfarbenen Branntwein gleichen Namens. Die größte Stadt ist Caen mit fast 110.000 Einwohnern, die gleichzeitig Hauptstadt der Basse-Normandie ist. Manche liegt am Ärmelkanal (französisch La Manche), weshalb dieses Département nach ihm benannt ist. Der bekannteste Ort und zugleich die berühmteste Sehenswürdigkeit ist der Mont-Saint-Michel. Das Département Orne ist vor allem für den kleinen Ort Camembert bekannt, aus dem der gleichnamige Käse stammt. Die Gegend ist bekannt für ihre edle Pferdezucht, prachtvollen Herrenhäuser und ihre üppige Weidelandschaft. Die größte Stadt ist Alençon mit knapp 27.000 Einwohnern.


Haute-Normandie – Alabasterküste, Gärten und das Seine-Tal

Alabasterküste – die steilste Küste Frankreichs
Steil brechen die bis zu 130 Meter hohen alabasterfarbenen Klippen zum Meer hin ab. Die Alabasterküste (Côte d’Albâtre) erstreckt sich auf 120 Kilometern zwischen Le Havre und Le Tréport. Durch Wind und Wellen sind über die Jahrhunderte hinweg spektakuläre Felsformationen entstanden, deren faszinierendste Höhepunkte Sie in Étretat und Yport bestaunen können. Fahren Sie in Le Tréport mit der kostenlosen Seilbahn (Funiculaire Tréport) zum Gipfel der höchsten Klippen hinauf. Die Aussicht ist spektakulär.
Tipp: In Dieppe finden Sie Frankreichs ältestes Seebad, das auch eines der Ältesten in Europa ist. Mit 170 Kilometern Entfernung zu Paris ist es zugleich die nächstgelegene Küstenstadt, die Sie von der Hauptstadt aus erreichen können.

Neben faszinierenden Felsformationen können Sie in der Haute-Normandie ein unglaubliches Farbenmeer in über 100 Gartenanlagen bewundern. Eine der schönsten und farbenfreudigsten ist:

Monets Garten
Kennen Sie die berühmten Seerosen-Gemälde von Claude Monet? Sie entstanden in seinem Garten in Giverny. 1883 kam der Maler aus Paris in das kleine Dorf in der Haute-Normandie und blieb dort bis zu seinem Tod 1926. Seinen Garten mit dem Seerosenteich hat er in Hunderten von Bildern verewigt. Der Garten und das Haus, in dem sich heute die Fondation Claude Monet befindet, sind öffentlich zugänglich. Im Haus sind allerdings nur Kopien der Gemälde ausgestellt. Die Originale können Sie im nahe gelegenen Musée des Impressionnismes bewundern.

Das Seine-Tal
Die Seine windet sich bis zur Mündung bei Le Havre ins Meer von Paris ab auf 250 Kilometern vorbei an Burgen und malerischen Fachwerkdörfern. Eine der eindrucksvollsten Burgen ist das Château Gaillard, das über dem Dorf Les Andelys an einer Fluss-Schleife liegt. Richard Löwenherz, König von England und Herzog der Normandie, ließ die Burg 1197 errichten um Rouen gegen die Franzosen zu verteidigen. Weiter flussabwärts liegt die Hauptstadt Rouen, auch „Stadt der hundert Kirchtürme“ genannt, am Ufer der Seine. Rouen gilt übrigens als kinderfreundlichste Stadt Frankreichs.

Normandie
Normandie – weitläufige Sandstrände, Blumenküste und ländliche Idylle
Foto: © Atout France, CDT Calvados

Basse-Normandie – Blumen- und Perlmuttküste, Pays d’Auge, Contentin und normannische Schweiz

Côte Fluerie – Ferienorte voller Blumenpracht
Auf einer Strecke von 40 Kilometern entstanden während der Belle Époque mondäne Badeorte wie Deauville, Trouville-sur-Mer und Cabourg, wo seinerzeit prominente Künstler, darunter Marcel Proust, Alexandre Dumas und Gustave Flaubert ihren Sommerurlaub verbrachten. Entlang der Blumenküste mit ihren goldgelben Sandstränden finden Sie alte Grand Hotels, prachtvolle Villen, Casinos, eine Rennbahn sowie wunderschöne Strandpromenaden. In Deauville findet seit 1975 jährlich im September das Festival des amerikanischen Films (Festival du cinéma américain de Deauville) statt.

Pays d’Auge – Camembert, Calvados und Cidre
Das Pays d’Auge liegt im Hinterland der Blumenküste. Die Landschaft mit den grünen Wiesen, fruchtbaren Feldern, Tälern und Apfelplantagen ist die Heimat der kulinarischen Klassiker Camembert, Calvados und Cidre. Neben dem Camembert stammen der Livarot, die älteste Käsesort der Normandie der und Neufchâtel aus dem Pays d’Auge. Auf der Route du Fromage, der Käsestraße der Normandie, können Sie Bauern beim Käsemachen zuschauen. In der Nähe des Ortes Camembert gibt es zusätzlich zur Route du Fromage die „Route du Camembert“.

Perlmuttküste – Côte de Nacre
Berühmt wurde die Küste durch die Landung der Alliierten am Morgen des 6. Juni 1944. Dieser Tag ist als D-Day in die Geschichte eingegangen. Die Küstenabschnitte wurden beim Angriff mit den Decknamen Utah, Omaha Sword, Juno und Gold versehen, die bis heute noch gebräuchlich sind. Nicht weit vom Omaha-Beach befindet sich der Soldatenfriedhof Omaha Beach Memorial mit 9387 weißen Steinkreuzen auf grünem Rasen in Gedenken an die am D-Day umgekommenen amerikanischen Soldaten.

Contentin – die Halbinsel am Ärmelkanal
Im Osten von Contentin beginnen die Invasionsstrände des D-Day, am südlichen Ende der Westküste befindet sich die berühmteste Touristenattraktion der Normandie, der Mont Saint-Michel mit dem höchsten Tidenhub Europas. Auf der Halbinsel, die auf drei Seiten vom Meer umgeben ist, finden Sie wilde und zerklüftete Felsen sowie noch relativ unberührte Sandstrände.

Suisse Normande – Normannische Schweiz

Die Hügellandschaft südlich von Caen im Hinderland der Basse-Normandie ähnelt der Schweizer Bergwelt zwar überhaupt nicht, aber mit ihren Hügeln, Wildbächen, Schluchten und tiefen Täler ist sie ein Paradies für Aktiv-Urlauber. Hier können Sie folgende Sportarten ausüben: Paragliding, Drachenfliegen, Klettern, Mountainbiking, Reiten, Wandern, Angeln, Kanu- und Kajakfahren. Auf der Route des Crêtes können Sie auch ganz gemütlich mit dem Fahrrad die normannische Schweiz erkunden.

 

Folgende Themen könnten Sie noch interessieren: