Louvre

Louvre – Domizil der Mona Lisa und Venus von Milo

Ursprünglich wurde der Palais du Louvre von König Philippe II Auguste um das Jahr 1200 als Festung gebaut. Es sollte das rechte Seine-Ufer vor Feinden schützen. König Charles V le Sage ließ die Festung im 14. Jahrhundert zu einem Palais umbauen und ab dem 16. Jahrhundert wurde der Palast zur Residenz der französischen Könige. Mit jedem neuen Herrscher wurde der Königspalast umgebaut und erweitert, bis er letztendlich zu dem heutigen 135.000 Quadratmeter monumentalen Gebäudekomplex wurde, der sich auf einer Länge von 800 Metern entlang des rechten Seine-Ufers erstreckt.

Louvre
Louvre – Domizil der Mona Lisa und Venus von Milo
Foto: © Atout France, Franck Charel

Der Louvre wird zum Museum
Als Ludwig XIV 1682 den Königshof nach Versailles verlegte, stand das Gebäude leer und verfiel, bis es die Stadt schließlich übernahm. In den folgenden Jahren war es Sitz der Académie Française, diente Künstlern als Wohn- und Arbeitsraum und beherbergte Cabarets. Dank der Französischen Revolution wurde der Palast 1793 zum ersten öffentlichen Museum in Frankreich, in dem die von den Revolutionären beschlagnahmten Kunstschätze des Adels ausgestellt wurden. Nur 11 Jahre später zog allerdings Napoleon in den Palast ein und das Museum musste schließen. Erst als 1873 der Èlysée-Palast zum offiziellen Amtssitz des Präsidenten wurde, nutzte man das Palais du Louvre wieder als Museum.
Tipp: Im Zwischengeschoss des Sully-Flügels finden Sie Teile des alten Louvre: die Grundmauern von Philippe II Augustes mittelalterlicher Festung. Nutzen Sie diese Ausstellung als Ausgangspunkt. 

Letzte Erweiterung des Louvre
Unter der Regierung Mitterrand wurde der Louvre in den 1980er Jahren ein letztes Mal umgebaut und erweitert. Unter anderem wurde das Finanzministerium, das sich im Richelieu-Flügel befand, ins Quartier Bercy verlegt. Die Eingangshalle wurde neu gestaltet und ist seit 1989 die Glaspyramide des chinesisch-amerikanischen Architekten I.M. Pei.

Der Gebäudekomplex des Louvre
Der Louvre wird nicht ausschließlich als Museum genutzt. In den Gebäuden befindet sich unter anderem die 1882 gegründete École du Louvre, eine Hochschule für Kunstgeschichte, die dem Ministerium für Kultur und Kommunikation unterstellt ist. Auch der Zentralverband der dekorativen Künste, dessen Sammlungen und Bibliothek sowie das Zentrum für Forschung und Restaurierung von Museen sind in dem gigantischen Gebäudekomplex untergebracht. Daneben befinden sich kommerzielle Galerien sowie über 50 Geschäfte auf rund 16.000 Quadratmetern sowie über 7.000 Quadratmeter Räume für externe Veranstaltungen.

Das Museum des Louvre und seine Sammlungen
Das Museum umfasst heute eine Sammlung von über 380.000 Werken auf 60.000 Quadratmetern. Oft wird behauptet, der Louvre sei das größte Museum der Welt. Flächenmäßig betrachtet ist er jedoch nur das drittgrößte – nach dem Metropolitan Museum of Art in New York und der Ermitage in St.Petersburg. Die Ausstellungsräume befinden sich auf vier Stockwerken in den drei Gebäudeteilen: Sully, Richelieu und Denon.

Louvre
Louvre – Domizil der Mona Lisa und Venus von Milo
Foto: © Atout France, Catherine Bibollet

Zwischengeschoss
Im Zwischengeschoss (Ebene -1) finden Sie alles zur Geschichte des Louvre in zwei Sälen. Auch islamische Kunst vom 7.-9. Jahrhundert, ein Teil der ägyptischen Sammlung sowie Werke aus dem mediterranen Orient im Römischen Reich sind hier untergerbracht.

Erdgeschoss
Hier finden Sie Skulpturen aus dem Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert, die Orientalische Sammlung ab 7000 v. Chr. und die Ägyptische Sammlung, weiterhin die griechische, etruskische und römische Sammlung sowie die höchst beeindruckende afrikanische, asiatische, ozeanische und altamerikanische Kunst.

1. Stock – Mona Lisa
Auf dieser Etage befindet sich ein Teil der Gemäldesammlung vom 13. bis 15. Jahrhundert. Unter anderem finden Sie hier die Venus von Milo und „La Jaconde“, die Mona Lisa. Es ist eines der Gemälde im Louvre, vor dem Besucher zu jeder Tageszeit Schlangen stehen und das einzige Gemälde, auf das Richtungsschilder hinweisen. Folgen Sie einfach den Pfeilen, auf denen „La Jaconde“ steht. Wenn Sie eine dichtgedrängte Menschenansammlung vor einem Gemälde sehen, sind Sie am Ziel. Im Vergleich zu den anderen Gemälden ist die Mona Lisa recht klein. Im ersten finden Sie ansonsten Graphiken, Kunsthandwerk, sowie ein Teil der ägyptischen, griechisch, etruskischen und römischen Sammlung.

2. Stock
Hier sind die Gemälde, Zeichnungen und Graphiken der französischen Meister zuhause. Auch Werke von Malern aus Deutschland, Holland, Belgien, Skandinavien, der Schweiz und Russland sind hier vertreten. Tipp: Die Sammlung im Louvre ist so umfangreich, dass es unmöglich ist, an einem Tag alles zu sehen. Legen Sie deshalb Schwerpunkte fest. In der Haupthalle am Eingang erhalten Sie einen kostenlosen Übersichtsplan zu den Sammlungen.

Kostenlos in den Louvre
Am ersten Sonntag eines jeden Monats ist der Eintritt in den Louvre für alle frei. Freien Eintritt an allen Tagen haben ansonsten folgende Personen: Jugendliche unter 18 Jahren, Arbeitslose (mit Nachweis), Behinderte und deren Begleitperson und Lehrkräfte mit Nachweis eines gültigen „Pass éducation“.

Öffnungszeiten des Louvre
Das Museum ist täglich außer dienstags von 9-18 Uhr geöffnet, mittwochs und freitags von 9-21.45 Uhr. Am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember ist das Museum geschlossen.

So kommen Sie zum Louvre
Fahren Sie mit den Linien 1 oder 7 der Metro zur Station Palais-Royal Musée du Louvre. Der Haupteingang befindet sich unter der Glaspyramide. Weitere Eingänge sind Carrousel und Porte des Lions.

 

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