Schloss Versailles

Château de Versailles, das meistbesuchte Schloss Frankreichs

Als Ludwig XIV im Jahr 1682 vom Pariser Louvre nach Versailles übersiedelte, reiste er mit einem Hofstaat von nicht weniger als 10.000 Menschen an. Zwischen 1682 und 1789 war das monumentale Schloss nicht nur die Machtzentrale der französischen Könige, es war auch das Zuhause von 5.000 Regierungsbeamten, Adligen, Kammerdienern und Hofdamen. Der Rest des pompösen Hofstaates, darunter ein großer Teil der Bediensteten, war außerhalb des Schlosses untergebracht.

Schloss Versailles
Schloss Versailles, das meistbesuchte Schloss Frankreichs
Foto: © Atout France Fabrice, Milochau

Vom kleinen Jagdschloss zum monumentalen Palast
Ludwig XIII ließ sich für seine Jagdausflüge in den Jahren 1631 bis 1634 ein dreiflügeliges Jagdschloss vor den Toren von Paris errichten. Nach seinem Tod diente das kleine Schloss seinem Sohn Ludwig XIV, der später als Sonnenkönig in die Geschichte einging, ab 1661 als Lustschloss und Sommerresidenz. Das Schloss war dem König aber bald zu klein, so gab er den Auftrag zur Erweiterung. Das alte Schloss erhielt riesige Anbauten, Terrassen, den berühmten Spiegelsaal, Stallungen, Gärten mit Fontänen, Brunnen und Kanälen. Nach und nach wurde das Schloss zum Symbol für königlichen Größenwahnsinn. Sein Nachfolger, Ludwig XV, ließ sich neben dem „Grand Trianon“, der monumentalen Schlossanlage, ein kleineres Schloss (Petit Trianon) als Rückzugsort bauen sowie die Gartenanlagen erweitern.

Der Palast des Sonnenkönigs
Das 51.000 Quadratmeter große Schloss ist eine symmetrische Anlage mit drei Flügeln. Im Hauptflügel, in den das alte Jagdschloss integriert ist, befanden sich die 152 Räume der königlichen Familie und der Mätressen. In den Seitenflügeln und Nebengebäuden war der Hofstaat untergebracht. Insgesamt gibt es im Schloss 288 Wohnungen und 1.800 Räume, die jedoch nicht alle der Öffentlichkeit zugänglich sind. Die prunkvollsten Gemächer befinden sich im ersten Stock des Schlosses. Von den Staatsräumen auf der Gartenseite ist jeder Raum einer griechischen oder römischen Gottheit gewidmet.


Folgende Zimmer sollten Sie sich unbedingt ansehen:

Das Schlafzimmer des Sonnenkönigs
In dem pompösen goldenen Raum mit dem gewaltigen Himmelbett und den prunkvollen Deckengemälden ließ sich Ludwig XIV jeden Morgen von seinen Kammerdienern das Gesicht waschen. „Petit lever“ (kleines Aufstehen) hieß dieses Ritual. Das Ankleiden, bei der seine ganze Entourage anwesend war, wurde „Grand lever“ genannt. Am Abend wiederholte sich ein ähnliches Ritual. Ludwig XIV starb 1715 in diesem Zimmer.

Schlafgemach der Königin
Das Schlafgemach der Königin mit den vergoldeten Möbeln ist nicht weniger prunkvoll als das des Königs. Hier brachte die jeweilige Königin ihre Kinder zur Welt.

Salon de Venus
Der Raum wurde der Göttin Venus gewidmet und zu Zeiten von Ludwig XIV als Empfangssaal genutzt. Die Statue, die auf einem Sockel im Raum steht und einen römischen General darstellt, ist Ludwig XIV.

Salon de la Guerre
Der Raum wurde 1679 errichtet und ist der römischen Kriegsgöttin gewidmet. Auf einem Stuckrelief sieht man, wie Ludwig XIV auf einem Pferd über seine Feinde hinweg dem Sieg entgegen reitet.

Salon d’Apollon
Der mit rotem Samt bespannte Thronsaal von Ludwig XIV. Über einem Kamin hängt die Kopie des berühmtesten Porträts des Königs.

Spiegelsaal
Eigentlich kommen Besucher nur wegen dieses einen Raumes nach Versailles, denn er ist der berühmteste Raum im Schloss. In der über 70 Meter langen Galerie des Glaces, die unter Ludwig XIV errichtet wurde, befinden sich 357 Spiegel. Diese wurden nicht wegen der Eitelkeit des Königs angebracht, sondern hatten eine bestimmte Funktion. In dem prachtvollen Saal, der mit 250.000 Goldblättern verkleidet ist, gibt es 17 bis zum Boden reichende Fenster, die sich zum Park hin öffnen. Die den Fenstern gegenüberliegenden Spiegel sollten quasi den Garten in den Saal „bringen“. Außerdem sollten sie den Reichtum des Königs reflektieren, denn Spiegel waren damals ein sehr teures Luxusprodukt.

Schloss Versailles
Schloss Versailles, das meistbesuchte Schloss Frankreichs
Foto: © Atout France Fabrice, Hervé Le Ga

Nach der Französischen Revolution, als das Schloss leer stand, wurde der Spiegelsaal für wichtige Ereignisse genutzt. Nach dem Sieg der Deutschen im Deutsch-Französischen Krieg ließ sich Preußenkönig Wilhelm I ließ hier 1871 zum Deutschen Kaiser ausrufen. Im Januar 1919 fand am gleichen Ort die Versailler Friedenskonferenz statt, die mit der Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrages beendet wurde. Das Schloss wurde 1979 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

So kommen Sie von Paris nach Versailles
Versailles liegt 21 Kilometer südwestlich von Paris, das Schloss befindet sich an der Place d’Armes. Vom Gare Montparnasse (Boulevard Vaugirard 17) fahren regelmäßig Regionalzüge nach Versailles. Bitte achten Sie auf die Richtung Versailles-Chantiers. Ab den U-Bahnstationen Saint- Michel und Champ de Mars fährt die Linie RER C (Richtung Versailles Rive Gauche).

Öffnungszeiten des Château de Versailles
Das Schloss ist von April bis Oktober täglich von Dienstag bis Sonntag von 9-18.30 Uhr und von November bis März von 9-17.30 Uhr geöffnet. Montags ist geschlossen. Die Gärten sind täglich von 8-20.30 Uhr (im Winter bis 18 Uhr) geöffnet. Um lange Wartezeiten an der Kasse zu vermeiden, können Sie Tickets für das Schloss vorab im Internet kaufen und ausdrucken. Übrigens, um 9 und außerhalb der Sommermonate ist der Besucherandrang nicht so groß.

Tipp: Der Eintritt zum Schloss und den Gärten ist an jedem ersten Sonntag des Monats frei.

 

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