Pastis

Pastis – Lebensart aus der Provence

Wussten Sie, dass die Franzosen laut Statistik 130 Millionen Liter Pastis im Jahr trinken? Mit Sirup, Champagner oder Orangensaft gemischt ist er ein beliebter Aperitif und gehört wie der Wein zur französischen „Art de Vivre“. Erfunden wurde der Pastis praktisch aus der Not heraus. Als 1915 die Herstellung und der Konsum von Absinth aufgrund seines schädlichen Thujon-Gehalts in Frankreich verboten wurde, stellten die Bauern in der Provence heimlich einen Ersatz her, den sie Pastiche nannten, was übersetzt Nachahmung heißt. Sieben Jahre später wurde ein Gesetzt erlassen, das Anisliköre (bis auf den Alkoholgehalt von 40-45 Prozent) für unschädlich erklärte. So wurde aus der Absinth-Nachahmung Pastiche der Pastis.

Pastis 

Bekannte Pastis-Marken
Die bekanntesten Handelsmarken sind Ricard und Pastis 51, beide aus dem Hause Pernod-Ricard. Paul Ricard, Sohn eines Weinhändlers aus Marseille, experimentierte schon in jungen Jahren mit der Herstellung von Pastis. Als er im Alter von 23 Jahren mit seinem Rezept zufrieden war, gründete er 1932 seine Firma „Ricard“ und war schon sechs Jahre später Marktführer. 1975 fusionierte die Firma mit dem Konkurrenten Pernod. Zutaten des Ricards, der auch „Pastis de Marseille“ genannt wird, sind unter anderem Sternanis, Kräuter der Provence und Extrakte aus Süßholz. Er wird noch immer nach dem Originalrezept hergestellt, das bis heute geheim ist.

Der Pastis 51 wird seit 1951 von der Firma Pernod vertrieben. Sein Name bezieht sich auf das Herstellungsjahr. Im Geschmack sind sich Ricard und Pastis 51 ähnlich.

So trinken die Franzosen ihren Pastis
Traditionell verdünnen die Franzosen den Pastis mit eisgekühltem Wasser, damit die im Alkohol enthaltenen ätherischen Öle sich auflösen. Die dunkelgelbe Farbe des Pastis verwandelt sich dabei in ein milchiges Weißgelb, was die Franzosen „Louche-Effekt“ nennen. Nach altem Rezept wird ein Teil Pastis mit fünf Teilen Wasser verdünnt, wobei das Wasser zuerst ins Glas gegeben werden sollte. Je nach Belieben können Sie die Wasser- und Pastismenge aber auch variieren und Ihrem eigenen Geschmack anpassen.
In Südfrankreich wird der mit Wasser oder Eiswürfeln verdünnte Pastis gerne mit Minz-Sirup gemischt. Diesen Longdrink nennen die Franzosen wegen der Grünen Farbe „Perroquet“, was übersetzt Papagei heißt. Das Rezept dazu finden Sie unter dem nächsten Punkt.

Pastis Aperitif-Rezepte
Der klassischen Pastis wird zwar mit eiskaltem Wasser verdünnt getrunken, Sie können ihn jedoch auch mit Champagner, Fruchtsäften und Sirupen mischen. Auf diese Weise erhalten Sie köstliche Cocktails und Longdrinks. Die nachfolgenden Rezepte sind nur ein paar Vorschläge. Sie können nach Belieben pro Glas mehr oder weniger Pastis, Saft oder Sirup zugeben. Wichtig ist lediglich, dass das Wasser stets eisgekühlt ist.

Pastis mit Grenadine
Für diesen himbeerroten Cocktail brauchen Sie pro Glas:
4 cl Pastis
1 cl Grenadine
Eiswürfel oder eiskaltes Wasser (Menge nach Belieben)

Füllen Sie ein großes Glas mit Eiswasser oder Eiswürfeln auf und geben Sie die Genadine dazu. Umrühren und fertig ist der Cocktail.

Perroquet – der grüne Papagei
Für diesen Longdrink brauchen Sie pro Glas:
3 cl Pastis
1 cl Minzsirup
8 cl Eiswasser (oder, je nach Belieben, Eiswürfel)
Frische Minzblätter

Füllen Sie ein großes Glas mit Eiswasser oder Eiswürfeln auf und geben Sie den Minzsirup dazu. Nach Belieben können Sie den Longdrink mit frischen Minzblättern garnieren.

Pastis Curaçao
Für diesen Cocktail brauchen Sie pro Glas:
3 cl Pastis
2 TL Orangensaft
1 TL Zitronensaft
1,5 cl Curaçao
3-4 Eiswürfel

Geben Sie die Eiswürfel in ein hohes Glas, fügen Sie die restlichen Zutaten hinzu, mischen Sie den Cocktail und garnieren Sie ihn mit einer Zitronenscheibe.

Tipp: Pastis eignet sich nicht nur als Aperitif. Sie können damit auch köstliche Salatsoßen zaubern. Mischen Sie 50 ml Sahne mit 2 TL Himbeeressig, 1 TL Fenchelsamen sowie 1 Prise Salz und Pfeffer mit 1 EL Pastis.

 

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