Weihnachten in Frankreich

Weihnachten in Frankreich

Père Noël, der Weihnachtsmann im roten langen Gewand und der Zipfelmütze, kommt in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember durch den Kamin und bringt die Geschenke.

Weihnachten in Frankreich
Weihnachten in Frankreich
Foto: © Atout France, Fabian Charaffi

Wenn die französischen Kinder am Morgen aufwachen, finden sie prall gefüllte Stiefel und Schuhe vor dem Kamin und Geschenke unter dem Weihnachtsbaum, der auf Französisch „sapin de Noël“ genannt wird. Der 24. Dezember ist in Frankreich ein ganz normaler Arbeitstag. Viele Franzosen schmücken ihre Häuser und Wohnungen an Weihnachten nur mit Mistelzweigen und einer Weihnachtskrippe. Der Weihnachtsbaum, wie wir ihn kennen, ist hauptsächlich im Elsass und in Lothringen verbreitet. Was natürlich nicht heißt, dass es in den übrigen Regionen Frankreichs keine Weihnachtsbäume gibt. Jede Familie hat zu Weihnachten ihre eigene Tradition.

Savoir vivre an Weihnachten
Am Abend wird das traditionelle mehrgängige und mehrstündige Weihnachtsfestmahl zubereitet, das die Franzosen „Le réveillon“ nennen. Typische Weihnachtsgerichte sind der mit Maronen garnierte Truthan, der „Dinde aux marrons“, Ente in Orangensauce, Gänseleber, Pasteten, gezuckerte Maronen, Fisch und Austern. Meeresfrüchte fehlen in der Regel bei keinem Weihnachtsfestmahl. Auch Champagner fehlt nicht. „Wir haben bis kurz vor Mitternacht gegessen“, erzählt Dennis, der während seines Austauschschuljahres in Montpellier bei einer französischen Familie gewohnt hat. „Es gab ein riesiges Buffet aus Ente, Hummer, Muscheln, Austern, Langusten, alle möglichen Pasteten, Käse, Gemüse und viel Süßes. Nach dem Essen sind wir alle zur Mitternachtsmette gegangen. Eigentlich hätte ich Weihnachten mit meiner Familie verbringen sollen, aber ich wollte unbedingt einmal das französische „Réveillon“ erleben und bin erst am Nachmittag des ersten Weihnachtsfeiertages nach Deutschland geflogen“.

Zum Nachtisch gibt es an Heiligabend traditionell die Bûche de Noël (Weihnachtsbuche), eine rechteckige mit Schokolade überzogene Biskuitrolle in Form eines abgesägten Baumstamms. Das hat einen bestimmten Grund. In alten Zeiten ließen die Franzosen an Heiligabend einen dicken Holzscheit langsam im Kamin verbrennen, um dann die Asche an den Weihnachtstagen auf einem Feld zu verstreuen. Das soll Glück und eine gute Erne bringen. Traditionell wird heute stattdessen ein Kuchen gebacken, der aussieht wie ein Baumstamm.

Möchten Sie den Kuchen zum nächsten Weihnachtsfest selbst einmal zubereiten? Das Rezept finden Sie unten.

Weihnachten in Frankreich
Weihnachten in Frankreich
Foto: © Atout France, Jean François, Tripelon-Jarry

Am 25. Dezember gibt es wieder ein großes Festessen mit der Familie oder mit Freunden. Es wird so reichhaltig aufgetischt wie am Tag zuvor und als Dessert gibt es wieder den Bûche de Noël. Außer in den Regionen Elsass und Lothringen gibt es in Frankreich nur einen Weihnachtsfeiertag. Der 26. Dezember ist im übrigen Frankreich wieder ein ganz normaler Arbeitstag.

Zubereitung der Bûche de Noël
Für die Bûche de Noël brauchen Sie folgende Zutaten:
150 g Mehl
100 g Puderzucker
100 g Zucker
150 g Schokolade
250 g weiche Butter
5 EL Wasser
5 Eier
Eigelb von 4 Eiern (für die Buttercreme)
2 EL Cognac
1 EL gehackte Pistazien
1 Prise Salz

So bereiten Sie den Bûche de Noël zu
Trennen Sie das Eigelb vom Eiweiß der 5 Eier. Schlagen Sie das Eigelb zusammen mit dem Wasser schaumig und geben Sie nach und nach drei Viertel des Zuckers dazu. Schlagen Sie die Masse solange, bis sie cremig ist. Geben Sie das Eiweiß in eine separate Schüssel und schlagen sie es schnittfest. Fügen Sie den restlichen Zucker hinzu und rühren die Masse noch einmal um. Geben Sie jetzt den Eischnee auf die Eigelbcreme. Streuen Sie das Mehl darüber und verrühren Sie es vorsichtig mit der Masse aus Eischnee und Eigelbcreme. Legen Sie den Teig auf ein mit Backpapier belegtes Blech. Fetten Sie das Backpapier bitte vorher gut mit Butter ein. Lassen Sie den Biskuitteig 15 Minuten bei 200 Grad backen. Bestreuen Sie ein Backbrett oder eine andere Arbeitsfläche mit Zucker und rollen Sie mit Hilfe eines Tuchs den warmen Biskuitteig auf. Lassen Sie ihn ruhen und bereiten Sie in der Zwischenzeit die Buttercreme zu. Rühren Sie die geschmolzene Schokolade schaumig und geben Sie nach und nach Puderzucker, Cognac und das Eigelb der 4 Eier dazu. Danach mischen Sie die weiche Butter stückchenweise unter und fügen eine Prise Salz hinzu. Schlagen Sie die Masse, bis sie locker und schaumig ist. Rollen Sie jetzt die Biskuitrolle wieder aus, verteilen Sie die Hälfte der Creme darauf und rollen sie sie wieder zusammen. Geben Sie die restliche Buttercreme in einen Spritzbeutel und stellen sie sie für zwei Stunden in den Kühlschrank. Danach wird die gekühlte Creme in Streifen auf die Biskuitrolle aufgespritzt, damit sie wie die Rinde eines Baumes aussieht. Stellen Sie die Bûche de Noël für drei Stunden in den Kühlschrank. Kurz vor dem Servieren bestreuen Sie den Kuchen mit den gehackten Pistazien und Puderzucker. Bon Appetit und Joyeux Noël!

 

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