Auswandern Frankreich

Auswandern nach Frankreich

Um nach Frankreich auszuwandern, brauchen Sie als EU-Bürger weder ein Visum noch eine besondere Aufenthaltserlaubnis. Ihr deutscher Pass genügt vollkommen. Und, am wichtigsten, Sie sollten natürlich die französische Sprache beherrschen, ansonsten kommen Sie im Alltag nicht weit. 

Auswandern Frankreich
Auswandern nach Frankreich
Foto: © Atout France, Michel Angot

Wohnung mieten in Frankreich
Um eine Wohnung anzumieten, benötigen Sie neben Ihrem Pass einen Einkommensnachweis, ein französisches Bankkonto sowie einen einheimischen Bürgen. Um ein Bankkonto zu eröffnen, brauchen Sie allerdings zunächst einen Wohnsitz in Frankreich. Ohne Wohnsitz kein Bankkonto und ohne Bankkonto keinen Wohnsitz – das scheint recht widersprüchlich. Da hilft nur eines: Lassen Sie sich von Ihrem potentiellen Vermieter eine vorläufige Bestätigung geben, dass Sie die Wohnung bekommen sobald Sie das Bankkonto haben und gehen Sie damit zur Bank. Holen Sie sich dort eine vorläufige Bestätigung und legen Sie diese dem Vermieter vor.

Mietwohnungen in Frankreich werden größtenteils über Immobilienmakler vermittelt. Die Anforderungen, die Makler und Vermieter stellen sind hoch: Um eine Wohnung zu bekommen müssen Sie vorweisen, dass Sie mindestens das Dreifache (abhängig von der Agentur auch das Vierfache), des monatlichen Mietpreises verdienen. Ein weiterer Nachweis ist ein Bürge, der versichert, dass Sie in der Lage sind, die Miete zu zahlen. Dieser Bürge muss allerdings Franzose sein bzw. in Frankreich leben und Steuern zahlen sowie ebenfalls ein Einkommen haben, dass das Drei- bis Vierfache der Monatsmiete übersteigt. Bei der Suche nach einem Bürgen können Ihnen diverse Organisationen helfen – alles Wissenswerte dazu finden Sie auf „aidologement.com“.
Bitte beachten Sie: In Frankreich müssen Sie für den Erstwohnsitz die „Taxe d’habitation“ (Wohnsteuer) zahlen unabhängig davon, ob es sich um Wohneigentum oder eine angemietete Wohnung handelt. Sie wird einmal jährlich fällig und entspricht in der Regel einer Monatsmiete. Für Wohneigentum müssen Sie zusätzlich Grundsteuer zahlen.
Gut zu wissen: Wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen, können Sie auch als Deutscher in Frankreich Wohngeld beantragen, sofern Sie Ihren Erstwohnsitz dort haben und einer Beschäftigung nachgehen. Informationen dazu finden Sie auf der Website der Wohngeldstelle „caf.fr“ unter „Aides et services“.

Meldepflicht in Frankreich
In Frankreich gibt es zwar keine besondere Meldepflicht, wenn Sie jedoch erstmals dorthin ziehen, müssen Sie sich beim zuständigen Rathaus anmelden. Ab einem Aufenthalt von drei Monaten sollten Sie sich eine „Carte de séjour“ (Aufenthaltserlaubnis) zulegen. Diese können Sie ebenfalls im Rathaus, bei der örtlichen Polizeibehörde oder bei der Verwaltungsbehörde (Préfecture) beantragen. Die Aufenthaltserlaubnis ist für Sie als Bürger der EU zwar längst keine Pflicht mehr, sie kann jedoch durchaus nützlich sein. Wenn Sie zum Beispiel ein Konto eröffnen möchten, wird sie bisweilen verlangt.

Als Wohnsitznachweis gilt ansonsten die letzte Telefon- oder Stromrechnung. Diesen brauchen Sie, wenn Sie ein Girokonto eröffnen, ein Mobiltelefon kaufen oder eine Stelle antreten möchten. Für den Kauf eines Handys sowie den Antritt einer Stelle müssen Sie zusätzlich den RIB (eine Bescheinigung Ihrer Bank, die Ihre Kontodaten enthält) vorlegen. 

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Auswandern nach Frankreich
Foto: © Atout France, Cédric Helsly

Kontoeröffnung in Frankreich
Wenn Sie bereits einen Arbeitsvertrag vorweisen können, ist die Kontoeröffnung kein Problem. Ansonsten müssen Sie, wie bereits erwähnt, einen Wohnsitz in Frankreich nachweisen. Innerhalb weniger Tage nach Kontoeröffnung erhalten Sie die Carte Bleue, die ähnlich funktioniert wie Ihre deutsche Maestro-Karte (frühere EC-Karte). Die Bank wird Ihnen auch ein Scheckheft anbieten, denn in Frankreich ist die Bezahlung mit Schecks durchaus gängig. Mit Kontoeröffnung bekommen Sie den 23-stelligen RIB (relevé d’identité bancaire) ausgehändigt, der sich aus Bankcode, Filialcode, Kontonummer und Prüfziffern zusammensetzt. Der RIB ähnelt einem Scheck. Da Sie ihn öfter benötigen (z.B. beim Anmieten eines Autos oder bei Abschluss eines Mobiltelefonvertrages), sollten Sie ihn immer bei sich haben.

Sozialversicherungsnummer und Krankenversicherung
Sobald Sie in Frankreich Ihren festen Wohnsitz haben, brauchen Sie eine Sozialversicherungsnummer (numero de securité social). Diese ist obligatorisch. Sie erhalten Sie dort, wo Sie sich auch für die Krankenkasse anmelden, bei der Assurance Maladie, der Krankenversicherung. Nehmen Sie zur Anmeldung alle bereits erhaltenen Dokumente mit wie der Nachweis eines Bankkontos, Ihren Arbeitsvertrag, falls vorhanden eine aktuelle Stromabrechnung, Ihre bisherige deutsche Versicherungskarte und natürlich Ihren Pass. Vorsichtshalber sollten Sie auch eine beglaubigte Kopie Ihrer Geburtsurkunde mitbringen. Als Arbeitnehmer können Sie sich in Frankreich nicht zwischen mehreren Krankenversicherungen entscheiden. Es gibt nur die eine staatliche Krankenversicherung „Assurance Maladie“. Diese übernimmt 70 Prozent aller Kosten für Arztbesuche und Medikamente. Die restlichen 30 Prozent zahlen Sie aus eigener Tasche oder Sie schließen eine Zusatzversicherung ab, die Ihren Eigenanteil übernimmt. Viele Firmen bieten Zusatzversicherungen jedoch als Zusatzleistung für den Arbeitnehmer an. Schauen Sie in Ihrem Arbeitsvertrag nach – vielleicht übernimmt Ihr Arbeitgeber die 30 Prozent.

Wenn Sie in Frankreich arbeitslos werden
Wenn Sie in Frankreich leben und arbeiten und unvorhergesehen arbeitslos werden, müssen Sie sich bei Pôle Emploi, der französischen Arbeitsverwaltung, melden und zwar gleich am ersten Tag Ihrer Arbeitslosigkeit. Das können Sie auch telefonisch oder per Internet („pole-emploi.fr/accueil“) tun. Als Arbeitsloser haben Sie die Pflicht, sich einmal im Monat bei der Pôle Emploi zu melden und ihr jede Änderung Ihrer persönlichen Situation sofort mitzuteilen. Abhängig von Ihrer Beschäftigungsdauer beträgt die Höhe des Arbeitslosengeldes zwischen 57,7 und 75 Prozent Ihres letzten Bruttolohnes.

Weitere Informationen rund ums Auswandern nach Frankreich erhalten Sie auf „infobest.eu“.

 

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