Lavendel

Lavendel – Wahrzeichen der Provence

Lavendel ist die charakteristische Pflanze der Provence. Von Mitte Juni bis Mitte August verwandelt sich die Provence in einen violetten Blütenteppich. Ganz besonders im Département Alpes-de-Haute-Provence erstrahlen während der Hochsaison riesige Lavendelfelder.

Lavendel
Lavendel – Wahrzeichen der Provence
Foto: © Atout France, Emmanuel Valentin

Der Anbau von Lavendel ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Region. Tatsächlich ist Frankreich weltweit der größte Lavendelproduzent. In der Provence wächst echter Lavendel und Lavandin, eine Kreuzung aus echtem Lavendel und Speiklavendel. Lavandin wird in der Provence häufiger angebaut als echter Lavendel. Die Blätter des Lavandin sind etwas breiter und rauer als die des echten Lavendels, die Blüten eher graublau als violett. Auch der Duft ist etwas anders. Der echte Lavendel wächst in der Hochebene der Provence ab einer Höhe von 800 Metern, der Lavandin wächst auf Höhen zwischen 200 und 500 Metern. Fast drei Viertel des echten Lavendels wächst auf den Hängen im Süden der Hochebenen von Albion und Sault.

„Wir sind im letzten Sommer durch die Provence gereist und hatten das Glück, die Lavendelblüte selbst mitzuerleben“, erzählen Katharina und Oliver, beide Romanistikstudenten aus Freiburg. „Es war eine Farbenpracht ohnegleichen, ein Fest für Augen und Sinne. Wir sind fast ertrunken in diesem Meer aus Farben und Gerüchen. Die Farben der Blüten waren nicht einfach nur violett, sie leuchteten in allen bläulichen Schattierungen. Das muss man selbst einmal erlebt haben, man kann es sich vorher einfach nicht vorstellen“.

Route de la Lavande – Lavendelstraße
Der berühmteste Teil der Route de la Lavande beginnt hinter der alten Römerstadt Carpentras im Département Vaucluse. Die Route führt entlang des Mont Ventoux, dem heiligen Berg der Kelten, vorbei an kleinen malerischen Dörfern. Einer der Hauptanlaufpunkte ist Sault, wo im jährlich im August das Lavendel-Festival stattfindet. Sehenswert in dem 766 Meter hoch gelegenen Dorf sind die romanische Kirche Notre-Dame-de-la-Tour und das Museum mit prähistorischen Artefakten.

Haben Sie Ihr Fahrrad dabei? Von hier aus können Sie herrliche Touren mit dem Rad starten. Fahren Sie mit dem Auto oder dem Rad nach von hier aus nach Montebrun-les-Bains, das seit 1982 zu den „Plus Plus beaux villages de France, den schönsten Dörfern Frankreichs zählt. Auch die Schlucht Gorges de la Nesque ist sehenswert und beliebtes Ziel von Wanderern und Radlern. Banon, das südlich von Sault liegt, gehört ebenfalls zur Lavendelstraße. Der mittelalterliche Ort ist nicht nur für seinen Lavendel, sondern auch für seinen Ziegenmilchkäse bekannt. Weiter südlich kommen Sie in den Kurort Gréoux-les-Bains mit seinen magnesiumhaltigen Thermalquellen, die bereits die Kelten nutzten. Machen Sie einen Stopp und nutzen Sie die wohltuenden Thermalquellen. 

Lavendelmuseum 
In Coustellet in Département Vaucluse steht das Musée de la Lavande. Dort erfahren Sie, wie seit 400 Jahren Lavendel-Blüten zu ätherischem Lavendelöl verarbeitet werden. Im Museum sind Destillierapparate aus dem 16. Jahrhundert ausgestellt, Wasser- und Dampfkessel aus den 1920er Jahren, Parfümetiketten, Parfümflakons seit dem 16. Jahrhundert sowie ungewöhnliche Objekte der Lavendelbauern. Betrieben wird das Museum von Sophie und Jack Lincelé, die rund um ihr Familienanwesen „Le Château du Bois“ eine Lavendelfarm von 330 Hektar betreiben. Dabei handelt es sich um echten Lavendel, nicht um Lavandin. Die Familie betreibt ihre eigenen Welless-Produkte, die eingetragene Marke „Le Château du Bois“. 

Das Museum ist an sieben Tagen der Woche an 365 Tagen des Jahres (außer am 25.12.) geöffnet. Weitere Infos finden Sie auf der Website des Museums, die Sie auch auf Deutsch anklicken können („museedelalavande.com“).

Lavendel
Lavendel – Wahrzeichen der Provence
Foto: © Atout France, Emmanuel Valentin

Lavendel als Heilpflanze

Getrocknete Lavendelblüten und ätherische Öle, die durch Wasserdampfdestillation aus den frischen Blüten gewonnen werden, spielen in der Heilkunde eine große Rolle. Aufgrund ihrer beruhigenden, galletreibenden und blähungswidrigen Eigenschaften werden Lavendelblüten zur Milderung nervöser Erschöpfung, innerer Unruhe, Einschlafstörungen sowie nervöser Beschwerden des Verdauungstraktes eingesetzt. Lavendelöl wirkt schmerzlindernd bei rheumatischen Beschwerden, wenn damit die betroffenen Stellen eingerieben werden, bei Insektenstichen, Hautabschürfungen und Entzündungen. Bei funktionellen Kreislaufstörungen wird Lavendelöl als Badezusatz verwendet und aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften ist es auch Bestandteil von Gurgellösungen. Lavendel wurde 2008 zur Heilpflanze des Jahres gewählt. Für Heilprodukte wird in der Regel echter Lavendel verwendet.

Reisen zur Lavendelblüte in die Provence
Diverse Veranstalter bieten Reisen speziell zur Lavendelblüte in die Provence an. So zum Beispiel der Hagener Reiseveranstalter Wikinger-Reisen, der eine achttägige geführte Standortwanderreise in die Haute Provence im Programm hat. Standort ist das von Lavendelfeldern umgebene Sault. Von dort aus finden Wanderungen durch Lavendelfelder, zum Mont Ventoux und ins Lure-Gebirge statt. Das detaillierte Programm finden Sie auf der Website von „wikinger-reisen.de“.
„Provence-reise-lavendel.de“ bietet Gruppenreisen für Individualisten zur Lavendel-Blüte in die Haute-Provence an. Die Reise konzentriert sich dabei auf Genuss-Wanderungen durch die Landschaft um Digne-les-Bains.
Über das Nachhaltigleits-Online-Magazin Verträglich Reisen „vertraeglich-reisen.de“ finden Sie ebenfalls Reisen zur Lavendelblüte.

Holen Sie sich ein Stück Provence in den heimischen Garten
Lavendel, ganz besonders Lavandin, ist nicht sehr anspruchsvoll und gedeiht auch in deutschen Gärten oder im Kübel auf Balkon und Terrasse. Er wächst bis zu einem Meter in die Höhe, blüht im Sommer von Juli bis August und ist winterhart. Haben Sie Rosen im Garten? Dann pflanzen Sie den Lavendel zwischen die Rosen – er hält Blattläuse fern.

 

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